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Viel Lärm um Berti den Borkenkäfer!

"Hilfe der Wald stirbt." "Die Waldbauern verarmen." "Der Klimawandel schlägt zu."

"Berti der Borkenkäfer zerstört den deutschen Wald."

Bilder einer Katastrophe, die sich im Nachhinein in vielen Punkten als positives Ereignis darstellt.

 Arbeiten im Original sind zur Zeit im Wissenschaftszentrum Bonn und in unserem Atelier  zu sehen. Wir freuen uns auf einen Besuch.

Terminabsprache unter: Tel.: +4915757245231, Atelier Magomomentum in Pulheim bei Köln, Annette und Martin Goretzki

 

EINIGE BILDER AUS DER AUSSTELLUNG: Klick hier

FREIER LAUF FÜR FREIE GEDANKENFREIER LAUF FÜR FREIE GEDANKEN

 

 Zum Projekt:

Die in der Romantik entstandenen Assoziationen der Deutschen zum Wald sind weltweit einzigartig und quasi Bestandteil der Kultur. Der Wald gilt als Hort der Freiheit (… denn im Wald da leben die Räuber); als Verkörperung von Kraft und Stärke (… alt wie ein Baum); als Ort der Erleuchtung (Buddha); als Raum zum Atmen (Trend Waldwellness, Mein Freund der Baum...); als des Deutschen Seele Märchengut, Mystik und Geschichte) oder ganz einfach als Sinnbild des Seins und des Einklangs mit der Natur.

Und nun sollte er sterben! Wegen Klimawandel! Die Katastrophenrufe waren groß, die Menschen entsetzt. Die Bildnachrichten erschreckend. Trockenheit und Hitze zerstören unseren Wald, den, der doch schon den alten Germanen eine Heimstatt bot. Und ein Bösewicht war auch schnell ausgemacht: Berti, der Borkenkäfer, Profiteur des Klimawandels, macht sich brutal über unsere geschwächten Bäume her.

Des einen Freud, des anderen Leid? Hat nicht vielleicht auch Berti das Recht auf einen reichlich gedeckten Tisch? Wie sieht die andere Seite der Medaille aus?

Da die Goretzkis bereits durch ihre langjährige Arbeit für die Serie „Waldkultur Europa“ mit den Wäldern eng vertraut waren, wollten sie das Treiben von Berti und die von ihm verursachten Änderungen fotografisch in Szene setzen. Die wesentlichen „out of focus details“ finden, die Aspekte der Geschichte offen legen. Begleitet vom Wehgeschrei der Naturfreunde unternahmen sie zahlreiche Exkursionen in den unterschiedlichsten Waldregionen Deutschlands.

Was sie entdeckten, war keine kranke Natur, sondern eher ein Lehrstück einer starken Natur, nur ein Beispiel für einen fortlaufenden Wandel, den thematischen Schwerpunkt, der ihre künstlerischen Arbeit seit Jahren begleitet.

Nicht der Urwald war in Gefahr, sondern vom Menschen angelegte Monokulturen. Nur die Fichten, die gar nicht in die Region gehören, sondern aus der Alpenregion stammen, wurden von Berti mit der Präzision eines Chirurgen angegriffen und aus dem Wald geschnitten. Der Borkenkäfer schaffte hiermit Platz für junge heimische Bäume, die schnell die entstanden Brachen besiedelten und gesunden Lebensraum für vielfältigere Fauna und Flora boten.

Zu sehen ist der Wandel, live in der Natur. Vom ersten Schrecken über die Ungewissheit, wie es weitergeht, bis hin zum guten Ende. Ein Lehrstück der Natur, inszeniert in der ihr eigenen Dramaturgie, die Entstehung eines besseren Lebensraums. Auch wenn dieser nicht dem menschlichen Ordnungssinn entspricht.